Der Körper des Menschen – Lymphsystem – Atmung

Die farblose Gewebeflüssigkeit, welche bei Schürfwunden austritt, nennt man Lymphe. Sie findet sich im Körper in Zellzwischenräumen und wird teilweise in eigenen Gefäßen, den Lymphbahnen, transportiert. Fragen: Stellen sie die Entstehung der Lymphe sowie den Aufbau des Lymphgefäßsystems. Nennen sie die Aufgaben der Lymphe.

Antworten: Im Kapillarbereich verlässt ein Teil des Blutplasmas die Gefäße und umspült die Gewebe. diese Lymphe tritt entweder wieder in die Kapillaren ein, oder sie sammelt sich in den Lymphbahnen, welche mit Lymphknoten durchsetzt sind. die Lymphbahnen führen die Lymphe wieder der Hohlvene zu.

Die Hauptaufgabe der Lymphe ist die Versorgung des Gewebes mit allen notwendigen Stoffen sowie der Abtransport von Abfallstoffen, da nicht alle Zellbezirke direkt an Blutkapillaren angeschlossen sind. Lymphknoten bilden verschiedene Typen weiße Blutkörperchen, die insgesamt der Abwehr von Krankheiten und Infektionen dienen.

Stoffaustausch im Gewebe

Die Kapillaren oder auch Haargefäße sind die feinsten Blutgefäße im Körper. Ihr Durchmesser ist so winzig, dass die roten Blutkörperchen nur einzeln hindurchfließen. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes beträgt hier weniger als einen Millimeter pro Sekunde.

Fragen:

  • Beschreiben sie den Stoffaustausch im Kapillarbereich.

Welchen Vorteil ergibt sich aus der geringen Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Kapillaren?
Antworten:

  • Hauptsächlich Nährstoffe, Mineralsalze und Sauerstoff werden durch das Blut bis in die Kapillaren transportiert, dort treten sie in gelöster Form durch Poren in der Gefäßwand in die Lymphe über, welche sie zu den Zellen schwemmt.
  • Mit Abfallstoffen aus dem Zellstoffwechsel und CO2 beladen tritt die Lymphe wieder in die Kapillaren oder in die Lymphgefäße ein.
  • So bleibt genügend Zeit für einen umfassenden Austausch der Stoffe durch die Kapillarwand hindurch. Treibende Kraft des Austauschs ist vor allem die Diffusion.

Der Körper des Menschen - Lymphsystem - Atmung

Blutgruppen I

Vor der Entdeckung der Blutgruppen A, B und 0 durch den österreichischen Arzt Karl Landsteiner 1901 misslangen die meisten Versuch eine Bluttransfusion. 1902 entdeckte man die vierte Blutgruppe AB. Neben diesem AB0-System hat man mittlerweile noch weitere erbliche Bluteigenschaften gefunden.
Landsteiner mischte Serum mit roten Blutkörperchen von sich und fünf seiner Mitarbeiter. Teilweise verklumpten die Mischungen, manchmal auch nicht.

Frage:

  • Was kann man aus heutiger Sicht aus dem experimentellen Befund schlussfolgernd?

Antwort:

Störk und Landsteiner hatten die Blutgruppe 0, Pletschnig und Zaritsch einerseits sowie Sturli und Erdheim andererseits hatten jeweils dieselbe Blutgruppe (entweder A oder B). Die Blutgruppe AB war nicht dabei.

Blutgruppen II

Heute weiß man, dass die Unverträglichkeit als eine Blutgruppe untereinander mit Strukturen auf der Membranoberfläche der roten Blutkörperchen (Antigene genannt) und frei schwimmenden Antikörpern (spezifische Proteine) in den Blutseren zusammenhängt.

Frage:

Gründen Sie, weshalb Blutspender nur Empfänger mit bestimmten Blutgruppen Blut spenden können. Beziehen Sie sich auf eine Übertragung von roten Blutzellen.

Antwort:

Inhaber der Blutgruppe A besitzen das Antigen A, die von B das Antigen B, Inhaber der Blutgruppe AB besitzen beide Antigene, die von Null keines. Das Serum der Blutgruppe A enthält B-Antikörper, dass die Blutgruppe B enthält A-Antikörper. Das Serum der Blutgruppe AB enthält keine Antikörper, das Serum der Blutgruppe Null beide. Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip können A-Antikörpern an A-Antigenen und B-Antikörpern an B-Antigene andocken und so das Blut verklumpen (agglutinieren). Es sind also nur Transfusionen möglich, welche dieses Andocken ausschließen.

Atmung I

Um die lebenswichtigen Verbrennungsvorgänge in allen Körperzellen in Gang zu halten, müssen alle Lebewesen ihrem Körper Sauerstoff zuführen (wenige Einzeller machen eine Ausnahme). Dies geschieht bei Wirbeltieren zumeist über Lungen.

Fragen:

  • Nennen Sie die Organe, welche unseren Atemtrakt aufbauen.
  • Erläutern Sie das Prinzip der Oberflächenvergrößerung am Beispiel der Lunge.
  • Warum sind Luftröhre und Bronchien mit Knorpelspangen versehen?

Antworten:

  • Am Aufbau beteiligt sind Mund und Nasenhöhle, Rachen, Kehlkopf und Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen (feinste Bronchienäste).
  • Am Ende der Bronchiolen sitzen die Lungenbläschen.
  • Knapp 400 Millionen nahezu kugeliger Lungenbläschen bilden auf kleinem Raum in ihrer Summe eine Fläche von etwa 150 bis 200 Quadratmeter, über die ein rascher und effektiver Gasaustausch erfolgen kann.
  • Luftröhre und Bronchien dürfen keinesfalls kollabieren, die Knorpelspangen verhindern dies.

Atmung II

Das Zusammenspiel von Brustkorb, Muskeln, Nerven und Lungenbläschen ermöglicht zum Einen der Außenluft das Vordringen in bis in die Lunge, zum Anderen der Ausatmungsluft das Verlassen des Körpers.

Frage:

Erklären sie den Unterschied zwischen Brust und Bauchatmung.

Antwort:

Brustatmung: Durch die Kontraktion der Zwischenrippenmuskeln dehnt sich der Brustkorb, die Lunge folgt passiv, sie saugt Luft ein. Nach Erschlaffen dieser Muskeln nimmt der Brustkorb wieder seine Eigenform ein, die Luft wird aus der Lunge gepresst.

Zwerchfell- oder Bauchatmung: Beim Einatmen kontrahiert das Zwerchfell und flacht ab. Auch hierfolgt die Lunge passive nach unten, Luft wird eingezogen, Erschlafft das Zwerchfell, wird es durch den Eingeweidedruck wieder nach oben gegen die Lunge geschoben und die Luft wird ausgepresst. beide Atemtechniken können separat oder gleichzeitig angewendet werden.

Atmung III

Der Durchmesser der Lungenbläschen beträgt nur 0,25mm, ihre aus lediglich einer Zellschicht bestehenden Wände weisen eine Dicke von nur 0,001mm auf.

Fragen:

Erklären Sie die äußere und innere Atmung. Die bei der Atmung eingesogene Luft enthält 0,03% CO2 und 21% O2, die ausgeatmete 4% CO2 16% O2. Erläutern Sie die Werte.

Antworten:

Den Vorgang des Ein- und Ausatmens sowie den Gaswechsel über das Lungengewebe bezeichnet man als äußere Atmung. Die Verbrennung von Nährstoffen in den Körperzellen mit Hilfe von Sauerstoff zwecks Energiegewinnung heißt innere Atmung oder Zellatmung. Da CO2 in der Lunge nicht aufgenommen wird, werden 0,003% eingeatmetes CO2 zusammen mit knapp 4% CO2 aus der Zellatmung ausgeatmet. Vom Luftsauerstoff geht nur etwa der vierte Teil in das Blut über. Die treibende Kraft für die gerichtete Wanderung der Gasbläschen ist auch hier die Diffusion.

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