Geige: Richtiges geigen will gelernt sein

Jahrhunderte lang schon suchen Forscher vergebens nach dem Geheimnis italienischer Meistergeigen. Gibt es aber überhaupt ein Geheimnis? In einer neuen Studie wird der Mythos vom Zauberklang der alten italienischen Geigen in Frage gestellt.

Unter Profimusikern gehört die Stradivari zu den unbeliebtesten Geigen, zumindest dann, wenn diese nicht wissen, dass sie eben darauf gespielt haben.

Im Blindtest bevorzugten die meisten Musiker eher neuere Geigen. Das stellten Wissenschaftler der US-Nationalen Akademie of Sciences jüngst fest.

Die Geigen solcher italienischen Meister wie Guarneri del Gesù oder Antonio Stradivari wurden von den Musikern keineswegs besser bewertet.

  • Anhand des Klangs allein konnten die Musiker alte und neue Geigen nicht unterscheiden.
  • Die beiden im 18. Jahrhundert lebenden Geigenbauer gelten als die berühmtesten Geigenbauer.
  • Das “Goldenen Zeitalters des Geigenbaus” dauerte etwa von 1550 bis 1750.
  • Seit dem 19. Jahrhundert spielen so gut wie alle berühmten Geiger eine Stradivari- oder Guarneri-Geige.

Es gibt Musiker, die behaupten, sie würden am Klang einer Geige sofort erkennen, ob es sich um ein neues oder altes Instrument handele.

Eine junge Frau spielt Geige

Auch gibt es jede Menge Vermutungen zu den überragenden Qualitäten alter Geigen.

So wird angenommen, die Instrumentenbauer hätten einen ganz speziellen Lacks verwandt; auch könnte das Holz schon ein Alter haben, das bis zurück in die kleine Eiszeit reiche. Die Wissenschaftler ließen einundzwanzig erfahrene Geiger in einem abgedunkelten Hotelzimmer auf sechs verschiedenen Geigen spielen.

Die Musiker trugen Schweißerbrillen. Drei Geigen waren erst gebaut worden und maximal drei Jahre alt. Die drei anderen Geigen waren Meistergeigen von Stradivari und Guarneri. Die Tests zeigten, dass die Geigen von den Musikern nicht auseinander gehalten werden konnten. Die Wissenschaftler schlussfolgern nun, dass es zukünftig besser wäre danach zu fragen, wie Musiker ein Instrument konkret bewerten statt nach den Geheimnissen alter Geigen zu fragen.

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